Statement Diözesanbischof Dr. Franz Xaver Eder
Mit der "Pastoralen Entwicklung in der Diözese
Passau" prüfen und erneuern wir unsere Seelsorge. Ein ernsthafter
und hoffnungsvoller Kirchen-Dialog entstand und ist im Gang. Die
Erkenntnis setzt sich durch, dass es um die Umkehr von Personen sowie um
die Erneuerung der Pfarrgemeinden geht. Nicht spektakuläre Reformbegehren
stehen im Vordergrund. Was in gemeinsamer Anstrengung mit Gottes Kraft
gesucht wird, ist eine nachhaltige Sicherung und Verbesserung unserer
Seelsorge.
Vor Ihnen liegt der Entwurf des "Passauer
Pastoralplans 2000". Viel Energie und Arbeit stecken in diesem
Entwurf. Rund 5000 Christen haben daran mitgewirkt: bei den letztjährigen
Pastoraltagungen, als Moderator/in oder Teilnehmer/in einer PEP-Klausur.
Gewissenhaft haben wir alle Beiträge einzeln studiert und verarbeitet.
Der Entwurf nun verdichtet die Seelsorgsperspektiven
der vielen Beteiligten und formuliert Leitbilder und Projekte. Die eigene
kirchliche Erneuerung vor Ort soll so mit der des ganzen Bistums
zusammenstimmen, dass Einheit spürbar bleibt und wächst. Ein gemeinsamer
Pastoralplan bündelt vereinzelte Initiativen zugunsten einer nachhaltigen
Gesamtentwicklung der Seelsorge in unserem Bistum. Das kann er nur, wenn
wir in ihm einen Weg sehen, aus dem unser Handeln dem Wirken Jesu
ähnlicher wird und der uns schrittweise dem Reich Gottes näher bringt.
Es ist nun die Zeit, sich diesen Entwurf anzueignen.
Wir rechnen damit, dass sich viele Christen dazu auf geistliche Weise
einlassen und dafür sorgen, dass ein Pastoralplan entsteht, welcher
wirklich der ihre ist.
So ist der Pastoralplan-Entwurf gleichzeitig eine
Einladung an die vielen Gruppen, die sich zu PEP-Klausuren
zusammengefunden haben und darüber hinaus an alle Räte, Verbände, Orden
und Einrichtungen unseres Bistums, sich in für sie geeigneter Weise mit
diesem Entwurf auseinanderzusetzen. Es ist mir besonders wichtig, dass
gefragt wird: "Was nützt dieser Entwurf uns? Unserer persönlichen
Umkehr? Der Entwicklung unseres christlichen und seelsorglichen
Handelns?"
Es geht darum, wie sich die "Pastorale Entwicklung
in der Diözese Passau" ausbreitet und wie die Chancen stehen, dass
sich der Passauer Pastoralplan 2000 in die Wirklichkeit umsetzt.
Neben den bewährten Formen (z.B. Pfarrbrief,
Pfarrfamilienabend) müssen wir neue Formen suchen, über den Rand zu
schauen: Runde Tische, Hearings, "Offene Räume", Begegnungstage
in den Städten, Dorfabende, Kirchengespräche in Schulen und
öffentlichen Einrichtungen ...
Wir dürfen heute schon ein wenig auf das bisher
Erreichte stolz sein. Und zugleich selbstkritisch nach dem Beitrag der
ferner Stehenden fragen, die sich von unserer Kirche durchaus viel
erwarten. Mit dem frischen Wind des Geistes Jesu werden wir die neuen Wege
unserer Kirche so herzeigen und begehen, dass nun viele Menschen
"Kirche neu erfahren"!
Franz-Xaver Eder, Bischof von Passau
|